Bochum: Protest kommt zu spät.

Martin Müller am 10.02.2008 @ 21:56

Warum hat eigenlich seinerzeit niemand gegen die mit massiven Subventionen durch den deutschen Staat ermöglichte Eröffnung des Nokia-Werks in Bochum protestiert? Damit hätte man doch die Schliessung am effizientesten verhindert.

    

Armee hat ihre Überflüssigkeit bewiesen.

Martin Müller am 10.01.2008 @ 23:40

Zur Armee kennt man meine Meinung. Heute hat sie eindrücklich ihre Überflüssigkeit bewiesen. Wie um Himmels Willen soll diese Armee einem zu Allem entschlossenen BöFei wirkungsvoll entgegentreten, wenn sie schon vor der Gemeindepräsidentin von Affoltern am Albis den Schwanz einzieht?

    

Bündner Psychotherapeuten in Zürich zulassen?

Martin Müller am 8.01.2008 @ 22:24

Laut einem Bericht in der LiZ soll eine in Graubünden anerkannte Psychotherapeutin nicht im Kanton Zürich selbständig praktizieren dürfen. Übertitelt ist der Artikel mit "Bündner Psychotherapeuten in Zürich zulassen?" Nun, interessant ist die Abhandlung im Artikel schon und man könnte sich durchaus auch darüber trefflich streiten. Indes, interessanter ist die Wirkung, die der Titel auf mich hatte. Instinktiv schrie es in mir auf: Ja nicht! Sonst erzählen den Zürchern noch mehr Leute, wie nötig die Bündner doch die Subventionen hätten, bis jene es auch noch glauben.

    

Köppel hadert

Martin Müller am 6.01.2008 @ 22:19

Es scheint Herrn Roger Köppel langsam zu dämmern:

Verheerender Saisonstart in Bern. Das alte Jahr ist zu Ende, die guten Vorsätze sind vergessen. Bundesrat Couchepin lanciert die Saison mit einer Erhöhung der Tabaksteuern. Die neue Kollegin Widmer-Schlumpf, nichts Neues, setzt sich über die Wahlversprechen ihrer SVP hinweg und will kein neues AKW bauen. Sie stellt das Interesse ihres Heimatkantons, der mit Wasserkraft viel Geld verdient, vor die Bedürfnisse der Schweiz, die mit alternativen Energien nicht zu decken sind. Noch vor Weihnachten stimmten geschlossen alle SVP-Ständeräte in krasser Missachtung ihres Parteiprogramms geschlossen für eine angeblich befristete Erhöhung der Mehrwertsteuer, um die grösser werdenden Lücken in den IV-Kassen auszugleichen. Noch jede befristete Steuer ist in der Schweiz zum Industriestandard verstetigt worden. Was zeigen die Beispiele? Erstens: Die Regierung masst sich scheibchenweise mehr Macht an, um ihren Bürgern Geld abzunehmen. Zweitens: Es ist in Parlament und Bundesrat kein Wille sichtbar, die Sozialwerke wirklich zu sanieren, man schüttet die Probleme lieber mit Geld zu. Drittens: Die theatralisch als Vertrag mit dem Volk inszenierten Versprechen, mit denen die SVP im letzten Oktober die Wahlen gewonnen hat, gelten nicht für Bundes- und Ständeräte. Die ersten Signale zur Eröffnung der politischen Saison 2008 in Bern sind verheerend. Der öffentliche Sektor expandiert, die Classe politique schaut für sich. Das Volk wird über den Tisch gezogen.

Mir scheint, da hadere einer mit seiner jüngeren Vergangenheit.

    

Schönes Hobby: Geld verteilen

Martin Müller am 5.01.2008 @ 22:10

Unsere Frau Egerszegi - ja die, welche letzten 1. August der Frau Calmy-Rey auf dem Rütli in der Tracht hinter her gehöselet ist (ja, das kann man auch in einem Trachtenrock) - also unsere letztjährige Nationalratspräsidentin und heurige Ständerätin, die ist ja schon immer und überall dabei, wo es ums Geld verteilen geht. Doch eins nach dem andern:

Da kommt mein Sprössling, begeisterter Trompeter in zwei Jugendmusikkorps, vor etwa zwei Monaten mit einem Unterschriftenbogen heim. Volksinitiative «Jugend und Musik» stand da als Titel drauf. Und verlangt wird, dass Bund und Kantone die musikalische Bildung fördern. So soll der Musikunterricht als Teil des Volksschulunterrichtes stattfinden. Und die Begabten sollen in Musik- und Musikhochschulen gefördert werden.

Das habe ich natürlich nicht unterschrieben, obwohl ich selber während vielen Jahren musizierte und - liesse Beruf und sonstige Beschäftigungen genügend konstant Zeit zum Üben - auch gerne weiterhin täte. Denn eins ist klar: da will sich eine Berufsgruppe einen staatlichen Honigtopf erschliessen. Millionen von Jugendlichen haben in der Vergangenheit ein Instrument spielen gelernt. Am zahlreichsten wohl zu jener Zeit, als das Spielen lernen noch mit viel Eigeninitiative verbunden war: Einen Verein suchen, ein Instrument mieten oder über einen Ferienjob finanzieren, üben, Proben besuchen, etc. Je selbstverständlicher und machbarer der Besuch einer Musikschule dank Subventionen und billigereren japanischen Instrumenten auch für Kinder weniger begüterter Eltern wurde, je kleiner wurden die Jugendmusiken und in der Folge die Korps der Erwachsenen.

So. Und nun lese ich heute in der LiZ (im MZ-Mantel, nicht online) diesen Gastbeitrag der Frau Egerszegi, wo sie sich des langen und breiten über diese Initiative auslässt und deren Vorteile preist. Und: "Zugegeben, das wird auch Kosten verursachen." Immerhin. "Es sind aber Investitionen in die Zukunft, wie bei der Unterstützung von «Jugend und Sport»". Ach so ist das, darum werden die Kinder von Generation zu Generation immer fetter, runder und unbeweglicher. Angesichts dieser Erfahrung und unter dem Aspekt, dass solcherlei nun auch der musizierenden Jugend angedroht wird, dürfen wir uns schon auf die Quitschkonzerte von Katzenmusikgesellschaften einstellen. So in 30, 40 Jahren. Sämi Schmid soll schon mal die Pamir verteilen.

Frau Egerszegi begann ihre Karriere im Dienste der Öffentlichkeit als Musikschulleiterin in Mellingen. Ein Schelm, wer dabei etwas denkt….

    

Freitod ist ein Menschenrecht

Martin Müller am 6.11.2007 @ 19:23

Wie der Tagi berichtet, hat Dignitas zwei Menschen in einem Auto in den Tod begleitet. Die Empörung des Medien-Mobs wird Ludwig A. Minelli, den ich nicht selber persönlich kenne, sicher sein, auch wenn sich schon mehr als eine Person, die noch selber dazu fähig war, im Auto ihrem Leben völlig ohne jede Kontrolle ein recht pietätloses Ende gesetzt hat. Im Gegensatz zu all den Konservativliberalen, die in letzter Zeit ein Verbot des Sterbetourismus fordern, wie auch zu jenen (pseudo?)liberalen, die meinen, mittels Verordnung von staatlicher Kontrolle und Aufsicht die Betroffenheitslobbyisten beruhigen zu können, plädiere ich vehement dafür, jene Staaten, die ihren Bürgern das Menschenrecht auf Freitod nicht gewähren, schleunigst vor den Europäischen Menschenrechtsrat zu zerren.

    

Frau Galladé hat provoziert

Martin Müller am 17.10.2007 @ 21:23

Nun hat also auch Frau Galladé die Auswirkungen der Machenschaften von Linksautonomen an ihrem Haus und ihrem Auto zu spüren gekriegt. "Gegen Repression und Knast" haben die Chaoten an ihre Wand gesprayt. Das ist natürlich schlimm, ein Angriff auf die Meinungsäusserungsfreiheit und die Institutionen unseres Landes. Aber sie hat eben auch provoziert.

    

Aber wir sind doch Rassisten!

Martin Müller am 15.10.2007 @ 20:37

Jetzt bin ich schon etwas irritiert über die Schweizer und die internationale Presse. Da verweigert am letzten Samstag das Schweizer Fernsehpublikum Claudia Wambululu doch glatt das Miss-Schweiz-Krönchen und wird schäbig auf den dritten Platz verwiesen. Dies ganz gewiss nur wegen ihrer Hautfarbe, das liegt doch klar auf der Hand. Doch kein einziges dieser scheinheiligen Mediümmer (für Deutschen Leser: Populoschweizerische Mehrzahl von Medium) schafft es, uns daraus den Rassismus-Strick zu drehen. Ach, es ist einfach nicht mehr so wie früher, als sich diese Mediümmer noch kritisch mit der helvetischen Alpenrepublik auseinandersetzten.

    

Warum investiert Sawiris?

Martin Müller am 29.09.2007 @ 22:53

In der dieswöchigen Welt liest sich - nur für Abonnenten online - ein Artikel über den "Pharao von Andermatt" (Copyright Weltwoche). Der Teaser endet mit der Frage: "Wer ist der Mann, der eine Milliarde Franken in ein abgewirtschaftetes Bergtal investiert?" Leider gelingt es Bruno Ziauddin trotz Interview in fünf Anläufen während zweier Tage an vier verschiedenen Örtlichkeiten nicht, den wahren Visionär hinter Samih Sawiris herauszuschälen. Dabei liegt doch der Grund für Sawiris’ Investment klar auf der Hand. Wenn die Grünen recht kriegen mit dem Klimawandel, dann ist Andermatt in wenigen Jahrzehnten eine aufstrebende Hafenstadt an der Nordsee. Und dann geht dort die Post ab, das sage ich Ihnen.

    

Die Mitte ist dort wo nichts ist

Martin Müller am 22.09.2007 @ 14:06

Es ist Wahlkrampf, da wollen die Parteien den potentiellen Wähler von diesem und jenem überzeugen. Da schreibt dann der Dietiker Neo-EVP-Gemeinderat Thomas Wirth schon mal einen Leserbrief im Lokalblatt, der Limmattaler Zeitung, wie sich unser Tagblatt mit AZ-Mantel seit einer Woche nennt. Von einer Mitte mit Profil ist da die Rede. Von Lösungen statt Parteipolitik. Von christlichen Werten und menschlicher Politik. Und dann gerät er ins Schwärmen über seine Kandidierende Christiane Ilg-Lutz aus Dietikon, 1956, Familienfrau/Damenschneiderin, Gewerkschafterin, die er wie folgt zitert: «Ich setze mich ein für gerechte Löhne, gute Arbeitsbedingungen und starke Familien!»

Politische Mitte und Gewerkschafterin? Sic! Merke: Die Mitte muss man nicht wählen. Die Mitte ergibt sich. Und sie ist dort, wo letztlich nichts ist.

    

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