Kartoffeln aus Aegypten als Chance?

Martin Müller am 20.04.2008 @ 21:29

Natürlich sind unsere Bauern gegen den Import von Kartoffeln aus Aegypten. Doch "Chäs u Anke" möchten sie dann schon exportieren können. Was die Bauern jetzt spühren, sind die Folgen eines streng regulierten Marktes, Planwirtschaft genannt. Ob die Bauern angesichts dessen bezüglich des Freihandels umzudenken beginnen? Leider hege ich wenig Hoffnung. Zu stark ist der Protest der Lobby.

    

Religionen schützen?

Martin Müller am 29.03.2008 @ 14:22

Via SideEffects bin ich auf das neuste Kapitel in Sachen menschenrechtsverachtender Aktionen des Menschenrechts-UN-rats gestossen. In einer Resolution werden die Staaten aufgefordert, alle Religionen vor Hass und Verunglimpfung zu schützen. In Tat und Wahrheit muss der liberale Rechtsstaat genau das Gegenteil tun: Seinen Bürger, das Individuum, vor dem Hass und den Verunglimpfungen aller Religionen schützen.

    

Rückkehr der Bibelwerfer?

Martin Müller am 24.03.2008 @ 15:00

Wenn es nach dem schweizerischen Lehrerverband geht, dann sollen in unseren Schulstuben demnächst wieder "christliche Werte" vermittelt werden.

Der Grossteil unserer Geschichte könne nicht verstanden werden ohne Grundkenntnisse der jüdisch-christlichen Wurzeln.

Derweil dies wohl wahr ist, jedoch Geschichte in unseren Schulstuben kaum mehr als ein wenig Neandertaler, Pfalbauer, eine Prise Habsburger, etwas Louis XVI, Louis XVIII, dekoriert mit Napi, und wenn die Zeit noch reicht, ganz knapp noch die zwei Weltkriege zum Dessert umfasst, stellt sich die Frage, ob der Standardschüler nicht damit überfordert sein dürfte, ihm z.B. die Taten Hitlers und seiner Schergen im Kontext christlich-jüdischer Wurzeln vermitteln zu wollen. Noch kruder wird es beim folgenden Zitat:

Zu den nicht verhandelbaren Grundwerten zählt der Lehrerverband etwa die Freiheit des Individuums, das Gebot der Chancengleichheit, das Prinzip des Ausgleichs zwischen Bedürftigkeit und Überfluss, die Garantie körperlicher und seelischer Unversehrtheit. «Diese Grundwerte müssen den Kindern in der Schule stufengerecht immer wieder begegnen und ihnen in ihrer Bedeutung nahegebracht werden.»

Von diesen vier Grundwerten ist gerade mal das Prinzip des Ausgleichs zwischen Bedürftigkeit und Überfluss biblisch untermauerbar. Die restlichen Werte entspringen der Aufklärung durch die durchaus oft auch agnostisch denkenden liberalen Philosophen und Oekonomen und mussten gegen den erbitterten Widerstand klerikaler Kreise durchgesetzt werden.

Es grenzt daher schon fast an Mutwille, solche Werte mit Bibelzitaten vermitteln zu wollen - dazu noch an Buddhisten, Hindi oder Muslime. Ich stelle mir jedenfalls vor, es wäre durchaus erfolgversprechender, einem Muslim die Erfordernis der Chancengleichheit von Frauen mit Hilfe liberaler Thesen begreiflich zu machen.

Ich bin mir denn auch nicht ganz sicher, wieviel da der Lehrerverband beitrug und wieviel auf die Kombinationsfähigkeit des Journalisten in Zusammenhang mit der Aussage der Zürcher Bildungsdirektorin Aeppli zurückzuführen ist, die da offenbar meite:

Die Schule, sagt Aeppli, sei nicht wertfrei, sei es nie gewesen, und es gehe heute darum, aufzuzeigen, «dass Werte eine religiöse Verankerung haben».

Wie auch immer, Bibelwerfer haben in Schweizer Schulstuben nichts mehr verloren. Dafür waren denn doch die Opfer des Sonderbundkriegs, wo die Liberalen 1847 den Katholisch-Konservativen endgültig heimleuchteten, zu zahlreich.

    

Unerbetene Subventionen

Martin Müller am 13.03.2008 @ 20:38

So macht man das also heute mit den Subventionen. Man kündigt die Entlassung von 400 Leuten an und schon muss man um finanzielle Unterstützung durch Politiker von Links über fest Links bis ganz Links, von CVP über SP bis Grün, gar nicht erst bitten. Die kommt dann von alleine. Ganz schön clever, das Kerlchen von einem Bahn-Chef.

Aus regionalpolitischem Interesse habe ich ja schon länger mit SBB Cargo zu tun und hatte bereits früher die Strategie dieses Bundesbetriebs kritisiert. Fakt ist auch heute noch, dass SBB Cargo den Löwenanteil ihres Verlustes im Ausland einfährt. Kein Wunder: Wer zuerst Container durch halb Europa karrt, um sie in der Schweiz zu triagieren und danach wieder durch halb Europa zu karren, kann damit nur Verlust einfahren. Wann endlich schauen die Verantwortlichen im BAV, im Bundesrat und im Parlament endlich genau hin?

    

Deutscher Sozialimperialismus

Martin Müller am 20.02.2008 @ 20:23

Von einer Physikerin sollte man doch eigentlich erwarten können, dass diese das Gesetz von Druck und Gegendruck kennt. Nicht so von Frau Diplom-Physikerin, Dr. rer. nat. Angela Merkel. Zuerst hat sie zusammen mit den Sozialisten die wohl grösste Wirtschafts- und Steuerflucht zu verantworten und nun sollen die Zielländer ihrer Untertanen gefälligst ihre Steuergesetze so anpassen, dass diese deutschen Interssen dienen. Der deutsche Sozialimperialismus flackert wieder auf. Die moralische Argumente schwingende Hehlerbande merkt nicht, in welchem Zwielicht sie erscheint. Deutsche Regierungen haben schon zwei Weltkriege zu verantworten. Für die nächsten 10′000 Jahre wäre dies eigentlich genug.

    

Serben = Berner

Martin Müller am 18.02.2008 @ 21:20

Die Serben und die Berner haben etwas gemeinsam. Gegen die Abspaltung des Kantons Jura hat sich der Kanton Bern mit allen Mitteln zur Wehr gesetzt. Sogar Sevalotteriegelder wurden für entsprechende Abstimmungskämpfe zweckentfremdet, so wichtig meinte man damals, sei die Verhinderung der Sezession. Wie wir alle wissen, dauerte der Kampf um den "Jura libre" viele Jahre und zuletzt gewann die Freiheit halt eben doch. Entgegen jeder Vernunft zwar, aber das ist hier nicht das Thema.

Auch die Kosovaren werden dereinst ihren selbständigen Staat haben. Ob das entgegen jeder Vernunft sei, will ich gar nicht beurteilen. Doch die Serben werden wie die Berner jede Menge Geld (hoffentlich nicht auch noch Blut) investieren, bevor die Freiheit der Kosovaren gewinnen wird.

Man soll die Leute ziehen lassen, wenn sie ziehen wollen. Es zehrt zu viel der Kräfte, dieser Kampf dagegen.

    

Bochum: Protest kommt zu spät.

Martin Müller am 10.02.2008 @ 21:56

Warum hat eigenlich seinerzeit niemand gegen die mit massiven Subventionen durch den deutschen Staat ermöglichte Eröffnung des Nokia-Werks in Bochum protestiert? Damit hätte man doch die Schliessung am effizientesten verhindert.

    

Warum der freie Strommarkt versagt

Martin Müller am 17.01.2008 @ 21:36

Nicht nur Anaximander von SideEffects ist zur Ansicht gelangt, die Liberalisierung des Schweizer Strommarks könnte eine schlechte Idee sein. Man müsse nur über die Grenze nach Deutschland schauen. Doch das ist natürlich Chabis im Quadrat. Wenn schon über die Grenze schauen, dann höchstens um zu lernen, was die Deutschen falsch gemacht haben. Im Artikel der FTD steht z.B. die folgende, bedeutungsschwere Zwischenbemerkung:

Netzbetreiber müssten öfters den Betrieb von Kraftwerken beeinflussen, um die sichere Versorgung zu gewährleisten. Aber auch dies ist durch den freien Strommarkt schwieriger geworden. Vor der Liberalisierung hatten die Netzbetreiber jederzeit alle Informationen, ob einzelne Kraftwerke in ihrem Gebiet schnell nach oben oder nach unten geregelt werden konnten. Heute verbieten die Unbundling-Regeln der EU einen solchen Informationsaustausch, kritisiert Spanel. Bevor bei einer Stromschwankung die Netzbetreiber kostenträchtige Schaltanweisungen an Kraftwerke geben dürfen, müssen sie zunächst alle eigenen Möglichkeiten ausnutzen.

Die EU wieder mal mit ihren Regeln! Merke: Der Markt versagt meist nicht wegen des Markts, sondern wegen der Randbedingungen, mit denen der Homo Sapiens Sapiens in den Markt hineinpfuscht.

    

Mehr Freiheit - wirklich? III

Martin Müller am 15.01.2008 @ 14:51

Jetzt hat der Christian Hoffmann doch wirklich mein mühsam begonnenens, aber keinesfalls fertiges Werk, der Welt in kleinen Häppchen erklären zu wollen, weshalb das Mehr an Freiheit, das der Bürger heute zu verspühren meint, gar keine Freiheit ist, auf einen Schlag vollendet. Mindestens mehr oder weniger.

    

Privatisiert endlich diese Volksschule

Martin Müller am 9.01.2008 @ 00:10

Vielerorts, wo derzeit über die Volksschule geschrieben wird, kommen Begriffe wie "überforderte Gemeinden" oder auch "Grossbaustelle" in nicht marginaler Häufung vor. Ein Faktum, über das sich nur Laien wundern.

In den vergangenen drei Dekaden trug "die Gesellschaft" so viele Aufgaben an die Volksschule heran, die nicht zum eigentlichen Kernauftrag einer Bildungsinstitution gehören. Die Schulen, politisch lasch geführt und von 68er Pädagogen unterwandert, nahm diese Anliegen noch so gerne auf. Fehlender Wettbewerb führte dazu, dass man sich nicht untereinander messen, seine Kernkompetenzen nicht vergleichen lassen musste. Nun ist das passiert, was einem Gemischtwarenladen in aller Regel gerne passiert: Die Diversifizierung ist nicht mehr zu verwalten, geschweige denn zu gestalten.

Wohl war die Einrichtung der Volksschule bei ihrer Einführung eine Notwendigkeit, ja gar eine Weisheit, im Kampf gegen Armut und Perspektivelosigkeit weiter Bevölkerungskreise. Doch es ist falsch verstandener Respekt vor den Resultaten der Schaffenskraft früherer Liberaler, an Konzepten festzuhalten, deren Resultaten man ansieht, dass sie sich überlebt haben. Heutige Liberale sehen in der Regel ein, dass der Staat nicht in der Lage ist, Schule in einem geordneten Rahmen stattfinden zu lassen (einige davon lassen sich allerdings dadurch noch zum falschen Schluss verleiten, mit mehr Geld wäre da noch etwas zu machen).

Privatisieren wir die Schulen, verkaufen oder vermieten die Schulhäuser an private Bildungseinrichtungen und geben wir den Eltern pro Kind einen Bildungsgutschein ab. Ein beachtlicher Teil dieser Eltern, besorgt um die Ausbildungsqualität ihrer Sprösslinge, wird den Wettbewerb unter diesen Schulen in Gang und die Qualitätssicherung auf Trab halten. Eltern, die Wert auf Bildung handwerklichen Geschicks legen, werden genauso ein Angebot finden, wie solche, die lieber auf Drill und Übung setzen. Vielfalt wird einkehren und Chancengleichheit wird endlich realistisch. Heute ist sie sowieso zur Gleichmacherei, zur Nivelierung aufs Mittelmass verkommen.

    

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