Es ist helige Zeit
Dort, wo ich aufgewachsen bin, spricht man von den Tagen ab dem 1. Advent bis zum Dreikönigstag auch etwa von der “heligen Zeit”. Das hat nichts mit “heilig” zu tun, im Gegenteil: Die helige Zeit ist jene Zeit, wo es vielen Mitmenschen nicht so gut geht, wo sie sich einsam fühlen, an der Grenze zur Depression stehen und im einen oder anderen Fall auch überschreiten. Was dann nicht selten in der Selbsttötung endet. Doch auch, wenn einer in diesen Tagen nur ein wenig spinnt, spricht man bedeutungsschwanger davon, dass jetzt halt eben helige Zeit sei.
All das ist mir wieder in den Sinn gekommen, als ich gestern in der Sonntagspresse das Interview mit dem Freiburger Anthropologie-Professor Giordano las, der die Scharia als Parallelrecht in der Schweiz einführen möchte, und heute die Kommentare und Widerreden in den Tageszeitungen verfolgte. Alle drehen durch; es ist helige Zeit.
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Ha, ich bin Mitglied von vier Vereinen und jeder Verein hat eigene Vorstellungen von Recht und Gesetz. Der Sozialanthropologe Giordano wird das Problem ganz einfach lösen: für jeden Verein das entsprechende Recht und Gesetz. - Und ich darf dann auswählen, welches mir am besten in den Kram passt.
Kommentar von anaximander — 29.12.2008 @ 19:33