So kommt Blocher wieder an die Macht

Martin Müller am 25.11.2008 @ 15:00

Prophezeiungen haben die negative Begleiterscheinung, sich öfter mal nicht zu erfüllen. Wer prophezeit, geht demnach ein höheres Risiko ein, als der Schweiger. Gibt dem Propheten die Zukunft aber recht, so erntet er natürlich grössere Bewunderung, als jener, der im Nachhinein behauptet, er hätte es ja schon immer gedacht. Prophezeien ist also eher was für Liberale, die mit dem Risiko des Scheiterns umzugehen wissen. Prophezeiende Sozis gibts zwar auch, doch was in der Regel passiert, wenn die scheitern, darauf wollen wir an dieser Stelle nicht näher eintreten.

Nun, ich versuch es auch mal wieder: Die Strategie der SVP in der Causa “Blocher & Bundesrat” scheint mir klar. Mit Blocher als Drohkulisse einen der ihm nahestehenden Hardliner wählen lassen. Worauf sich dieser dann Blocher als persönlichen Mitarbeiter nimmt. Et voilà! So einfach ist das. Gut, das q.e.d. muss in diesem Fall noch etwas warten.

« Quote Of The Day    Wenn Städte den Sozialfall geben »

9 Kommentare »

TrackBack für diesen Eintrag | RSS feed für Kommentare dieses Posts.

  1. Oder noch gewagter: SVP tritt mit Blocher / Mörgeli an und das Parlament wählt das kleinere Übel, denn wer möchte schon Mörgeli im BR…

    Kommentar von tin — 25.11.2008 @ 15:14

  2. So oder so: das Parlament in Blochers Geiselhaft. Bizarr

    Kommentar von anaximander — 25.11.2008 @ 16:42

  3. War das Theater denn wirklich nötig? Wäre Amstutz wirklich nicht wählbar gewesen, wenn Blocher nicht gedroht hätte? Ich glaube nicht, dass hier Kalkül dahinter steckt.

    Wie so oft unterstellt man der SVP brilliantes strategisches Geschick wo sie eigentlich nur fatalistisch von Slalomstange zu Slalomstange geschlenkert ist. Blocher wäre sicher gerne wieder Bundesrat geworden und glaubt daran, dass er der Beste ist.

    Kommentar von Michael Jäger — 25.11.2008 @ 16:54

  4. Es wäre ja eigentlich ganz lustig, Blochers schrittweisen Niedergang mit dem Zuweisen der Rolle “Staatsdiener” noch etwas zu verdeutlichen. Aber ich vermute, dieses Szenario scheitert an der Altersguillotine für Bundesbeamte.

    Kommentar von Andreas Kyriacou — 25.11.2008 @ 17:05

  5. Aber, Aber, Herr Kyriacou, erkenne ich da etwa gar schamlose Schadenfreude in Ihrem ersten Satz?

    Der persönliche MA wird nicht vom Bund angestellt, sondern vom Bundesrat direkt, soweit ich dies begriffen habe. Kann mich aber auch irren.

    Kommentar von Martin Müller — 25.11.2008 @ 17:24

  6. Na ja, die/den BR möchte ich ja sehen, die/der persönliche MA aus der eigenen Tasche zahlt. Ich gehe schon davon aus, dass diese allesamt - zumindest was die Integration ins Lohnsystem anbelangt - vollwertige Angestellte sind.

    Was ich nicht weiss, ist, ob ein halber Bundesrat nur einen halben persönlichen Mitarbeiter zu Gute hat.

    Kommentar von Andreas Kyriacou — 25.11.2008 @ 18:44

  7. Blocher als Lohnempfänger, wo denken Sie hin, Herr Kyriacou? Wenn er den Job als MA bekommen sollte - was keineswegs sicher ist, wer will sich schon selbst entmachten - wird er auf ein Gehalt verzichten können.

    Kommentar von anaximander — 25.11.2008 @ 19:29

  8. Wie kommen sie alle bloss auf so absurde Gedanken. Herr Blocher wird, seinem Wunsch entsprechend, als der Beste, auf dem Einerticket vor die Bundesversammlung treten! Basta!

    Schliesslich ist er die Lichtgestalt der SVP Basis. Scheints.

    Alles andere wäre mittelmässiger Kleinkrämerei, inkonsequent etc. Oder so :-)

    Und das gut so.

    Kommentar von liberal — 25.11.2008 @ 21:36

  9. Wie Sie, liberal, gesehen haben dürften, kommt Blocher nicht als Einerticket vor das Parlament; er kommt, im Wissen um seine Nichtwahl, mit Ueli Maurer. Sagen Sie jetzt nicht, das Parlament habe keine Wahl: es hat eine.

    Kommentar von anaximander — 27.11.2008 @ 23:48

Kommentar hinzufügen

Unsittliche, sexistische, rassistische, rechtswidrige oder beleidigende Kommentare oder SPAM werden gelöscht.


Zeilen und Absatzschaltung automatisch, HTML erlaubt: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <code> <em> <i> <strike> <strong>

Anti-SPAM Massnahme: Bitte geben Sie die Zahl im Bild ein:

BITTE BEACHTEN: Ihr Beitrag wird bei SPAM-Verdacht durch den Moderator geprüft und ist deshalb möglicherweise nicht sofort sichtbar.