Staatskunde (II): Der Steuerzahler
In der halbdirekten Demokratie helvetischen Zuschnitts gibt es keine real existierenden Steuerzahler im eigentlichen Sinn des Wortes. Hier hat er nämlich nur zu zahlen. Das Steuer hat er gefälligst jenen zu überlassen, die er in seiner anderen Rolle als Wähler für vier Jahre auf ihre Posten beordert hat. Diese steuern dann ab und an auch mal was zu einer neuen Airline bei, oder auch zu einer in Not geratenen Bank. Übrigens, die Bank gehört auch zu den Steuernden. Mit einem hart an der Wuchergrenze liegenden Zins von 12.5% steuert sie etwas ans Bundesbudget bei. In der Zwischenzeit begnügt sich der kleine Zahler mit seinem lumpigen Achtelprozent Zins auf dem Privatkonto und zahlt weiterhin dieselben, unverhändert hohen Steuern.
In dieser Folge bereits erschienen:
Staatskunde (I)
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Das werden wir ja noch sehen, ob die Steuern «unverändert hoch» bleiben. Schliesslich hat Väterchen Staat eben für uns alle je eine Million eingesetzt, um Sparzinse und Händlerboni abzusichern.
Ich hätte für «meine» Million durchaus die eine oder andere Alternatividee gehabt.
Kommentar von Andreas Kyriacou — 17.10.2008 @ 21:10
Tja, das Dumme daran ist nur, dass Sie nicht wissen, ob in diesem Fall “Ihre” Million auch wirklich noch so viel Wert gewesen wäre, wie Sie denken, oder ob wegen einer diesfalls konkursiten UBS und der von ihren Krediten abhängigen Unternehmen inkl. KMU nicht ein rechter Teil der Million der Hyperinflation zum Opfer gefallen wäre.
Ich weiss es übrigens auch nicht. Aber ich hätte es ausprobiert. Und Sie, hätten Sie den Mut?
Kommentar von Martin Müller — 17.10.2008 @ 21:17
Den Mut, in den Finanzmarkt nicht mit Staatsmitteln zu intervenieren? Aber sicher. Mit 68 Milliarden liesse sich der Binnenmarkt für die KMU wohl auch anderweitig ankurbeln. Und nein, ich denke dabei nicht an neue Spielzeuge fürs Departement Schmid.
Kommentar von Andreas Kyriacou — 19.10.2008 @ 14:02