Ein schwarzer Tag für die Freiheit

Martin Müller am 28.09.2008 @ 20:20

Er wird als schwarzer Tag für die Freiheit in die Geschichte eingehen, dieser 28. September 08. Da wäre zum einen dieser Eingriff ins Privateigentum der Wirte in Zürich und in Basel (Totale Rauchverbote). Gut, der Gegenvorschlag in Zürich war nicht eben gerade ein Ausfluss besonders intelligenter Politik. Wir nehmen zu Kenntnis: Trotz einer übermässigen Marktmacht mit einem Anteil von rund 70 Prozent waren wir Nichtraucher bisher nicht in der Lage, uns auf dem Markt durchzusetzen. Also muss es nun der Staat richten und der tuts wie üblich: gründlich und total. Bleibt wohl den Wirten nur noch die Zuflucht zur Kirche der Raucher Gottes. Oder nach Nidwalden zügeln, da sind künftig Raucher- und Nichtraucherbeizen aussen angeschrieben. Die wissen noch, was sich gehört.

Dann wäre da dieser unselige Berufsbildungsfonds, in den wir künftig einzahlen müssen, wenn wir keinen Lehrling ausbilden und auch nicht in einen Branchenfonds einzahlen. Damit ist dann zwar der Solidarität genüge getan, doch es wird kaum eine Lehrstelle mehr geschaffen werden dadurch, im Gegenteil. Die Versuchung wird gross sein, sich der unangenehmen und manchmal aufreibenden Lehrlingsausbildung durch Zahlung dieses Ablasses zu entziehen. Und ich werde wohl meinen Geschäftssitz die paar Hundert Meter über die Grenze in den Aargau verschieben.

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7 Kommentare »

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  1. Ich seh einfach nicht, welche Freiheit man mit dem Rauchen hat oder gewinnt?
    Mit der Einschätzung bezüglich Lehrstellen,könnten Sie aber noch richtig liegen.

    Kommentar von Philipp — 28.09.2008 @ 20:57

  2. Soso, Geschäftsitz verlegen. Haahaa. Informieren Sie uns dann, wenns soweit ist…

    Kommentar von David — 28.09.2008 @ 21:46

  3. @Philipp No 1: Es geht nicht um die Freiheit der Raucher, sondern um die Freiheit der Wirte, mit ihrem Eigentum das anzustellen, was ihnen beliebt.

    @David No 2: Wer zuletzt lacht….

    Kommentar von Martin Müller — 28.09.2008 @ 22:19

  4. Oh ja, natürlich. Ein sehr stringentes Argument gegen den Berufsbildungsfonds. Unter dem Strich macht eine Firma durch einen Lehrling immer noch vorwärts. Zudem ist die Klage wegen Bürokratie doch ziemlich lächerlich: Schliesslich wurde diese ganze “Bürokratie” (ist ja eigentlich nicht halb so schlimm) nur deswegen ins Leben gerufen, weil gewisse Lehrmeister ihre Lehrlinge als billige Arbeitskräfte missbraucht haben, statt ihnen etwas beizubringen. Seien wir besser froh darum, dass der Eigenverantwortung etwas nachgeholfen wird — es ist offensichtlich notwendig.

    Es ist zudem noch nicht klar, ob Kleinstbetriebe überhaupt bezahlen müssen. “Es ist auf Verordnungsstufe zu regeln, was als Betrieb gilt, und es ist allenfalls eine Mindestgrösse der Lohnsumme festzulegen, ab welcher überhaupt eine allfällige Abgabepflicht entstehen kann.”

    Darüber zu jammern dass nachhaltiges Verhalten mit einem Anreizsystem gefördert wird ist sowieso extrem fragwürdig. Warum jammern ausgerechnet die Wir-Liberalen immer am lautesten, wenn es um Anreize geht, fordern aber bei jeder anderen Gelegenheit “Anreize statt Verbote”?

    (Was ganz anderes: Warum ist das Kommentarformular so klein? Etwa, weil ein gutes Gegenargument einigen Platz bräuchte?)

    Kommentar von Matthias — 28.09.2008 @ 22:29

  5. @Matthias No 4: Besser so?

    Kommentar von Martin Müller — 28.09.2008 @ 22:43

  6. @Martin Müller:

    Ja, viel besser. Herzlichen Dank!

    Kommentar von Matthias — 29.09.2008 @ 07:38

  7. @Matthias No 4: Wenn eine Firma mit einem Lehrling unter dem Strich vorwärts machen würde, dann würden ja Lehrstellen automatisch wie Sand am Meer entstehen. Mag sein, dass es am Schluss gerade aufgeht. Das wäre es dann aber auch schon.

    Ein Anreiz, der mich an der Kantonsgrenze gegenüber dem Mitbewerb im Aargau benachteiligt, ist halt eben nur ein Reiz. Wir bilden nun entweder aus, oder zahlen, während die Aargauer uns die ausgebildeten Lehrlinge einstellen. So ist das wirkliche Leben; es differiert meistens ganz erheblich von den heeren Theorien der Schreibtischtäter.

    Kommentar von Martin Müller — 30.09.2008 @ 20:12

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