Vom Wert eines deutschen Jurisprudenz-Studiums
Ist das gestrige Raucherurteil des deutschen Bundesverfassungsgericht so clever, wie es auf den ersten Blick scheint? Da in der Schweiz die selbe Diskussion läuft, hier meine 5 Cents. Die meisten Kommentatoren haben bereits gemerkt, dass es auch auf ein totales Rauchverbot hinauslaufen könnte. Die Freiheit des Wirts, sich in seinen eigenen Räumlichkeiten für eine Raucher- oder Nichtraucherbeiz zu entscheiden und dies gegen aussen klar zu deklarieren, damit sich nicht empfindliche Nichtraucherlungen irrtümmlich in sein Lokal verirren, würde damit total abgeschafft.
Ein Zweites fehlt jedoch gänzlich in den Kommentaren. So haben die Richter festgelegt, dass eine "Einraumkneipe" nur dann eine Raucherkneipe sein darf, wenn sie auf den Verkauf selbst hergestellter Speisen verzichtet. Um was geht es denn eigentlich hier? Ich dachte bisher immer um den Schutz der Nichtraucher vor den Folgen des Passivrauchens. Nun soll neu auch noch der essende Gast vor dem Qualm staatlich geschützt werden. Geradeso wie wenn einer, den der Rauch des Tischnachbarn beim Essen stört, eine Raucherkneipe aufsuchen würde.
Mir scheint, dem deutschen Jurisprudenz-Studium mangle es am Fach Logik.
