Die Lieberalen
Zurzeit durchwandert ein Begriff die Medien aller Macharten: Der von den "liberalen SVPlern." Damit sind dann jene gemeint, die ihr Amt den Hardlinern der SVP Schweiz verdanken, aber halt doch lieber lieb und nett nach allen Seiten wären und die sich nun mit grosser Wahrscheinlichkeit abspalten. Dabei handelt es sich in aller Regel um Bernische Pfündisten, Bündner Etatisten und sonstige Komunalsozialisten. Haben Medien nun eigentlich die Aufgabe, Begriffe neu zu deuteln oder nicht doch eher Begriffe korrekt zu vermitteln? Bei der SVP gab es noch nie Liberale, gibt es keine Liberalen und wird es nie Liberale geben. Höchstens mal den einen oder anderen Lieberalen.
« Herr Doktor und der Trojaner Gleichung mit mehreren Unbekannten »

Und wo gibt es denn die Liberalen in der FDP? Wo bleiben die Rhinows und all jene, die sich noch um Grundrechte kümmern, um den Rechtsstaat, um Bürgerrechte? Zählen Sie sich denn zu dieser Spezies? Dann wären Sie ein einsamer Mann.
Kommentar von Peter — 2.06.2008 @ 20:27
Nun, ich bin kein Ordinarius für öffentliches Recht und ich lasse mich vor allem nicht von jener Hand futtern, in die ich beisse. Insofern wäre ein Vergleich meinereiner mit Rhinow schon etwas gewagt. Mindestens so gewagt, wie diesen als den Prototypen eines Liberalen darzustellen. Es dürfte ausserdem ziemlich verdächtig sein, wenn jemand, der als einzige Parteien SPS, SPD und SPÖ in seiner Blogroll/Linklist führt, definieren möchte, wer liberal sei und wer nicht. But, nice try!
Kommentar von Martin Müller — 2.06.2008 @ 21:29
Wer genau ist aktuell so der typisch liberale Freisinnige? Pharmalobbyist Felix Gutzwiller, das SVP-Kuckucksei Philippo Leutenegger, die Agrosubventionenjäger Jean-René Germanier und Laurent Favre oder doch eher der frisch entlassene PHZH-Leiter und demissionierte Gemeinderat Marcel Schmid?
Kommentar von Andreas Kyriacou — 3.06.2008 @ 09:11
Naja, in den Kommentaren zum Genner-Post haben Sie sich noch (zurecht) ereifert, was Sie als Liberaler alles sein sollten und jetzt wollen Sie plötzlich definieren was die Medien zu sein haben. Woher kommt eigentlich die wachsende Unmut gegenüber den Medien? Hat es damit zu tun, dass sich heute jeder eine eigene Homepage basteln kann, die dann die Inhalte wiedergibt, die die “richtigen” Medien wiedergeben sollten?
Kommentar von Hanspeter — 4.06.2008 @ 03:21
Nein, nein, ich will nicht definieren, was die Medien zu sein haben, ich stelle nur eine - wie mir scheint berechtigte - Frage. Antworten herzlich willkommen.
Kommentar von Martin Müller — 4.06.2008 @ 10:57
Rhinow, ein Liberaler? - Ha! - Den wachsenden Unmut gegenüber den Medienschaffenden, verursachen diese selber. Es ist schon fast grauenerregend, wie diese agieren. Doch es ist keineswegs so, dass Blogger o.ä. den Medien vorschreiben wollen, wie sie ihre Arbeit zu machen haben. Es ist aber an den Bloggern, den Medienschaffenden auf die Finger rsp. aufs Maul zu schauen.
Kommentar von anaximander — 4.06.2008 @ 17:59
Gegen die elektronischen Medien könnt ihr sagen was ihr wollt (ausser gegen das Internet) aber die Printmedien sind doch dem freien Markt ausgesetzt. Das ist doch gemäss liberaler Doktrine per se gut, wie kann man da dagegen wettern?
Kommentar von Hanspeter — 6.06.2008 @ 00:30
Das man Begriffe, die ursprünglich anders definiert war, plötzlich in einem “falschen” Zusammenhang braucht ist leider ein Phänomen, dass sich nicht nur auf die Medien beschränkt. Man nehme einmal das schöne Verb “sparen” zu meiner Jugendzeit (und die ist noch nicht lange her) hiess sparen, Geld auf die Seite legen, Geld zur Bank bringen, die Kleider meiner älteren Geschwister nachtragen, keine Ferien. Heute heisst Sparen, danke dem Gewerbe, Geld ausgeben, unnützes Zeugs kaufen und im Überfluss schwelgen. Und ich laste das diesen nicht einmal an.
Kommentar von Hanspeter — 6.06.2008 @ 00:34
Zu 3: Seit gestern ist’s nun auch mir klar: Der liberale Freisinnige hat einen Namem, Otto Ineichen. Er war der Einzige, der Parallelimporte unterstützte. Bei der SVP gab’s gar keinen Support für Protektionismusabbau. Der Unterschied zwischen den beiden Fraktionen ist also beträchtlich…
Kommentar von Andreas Kyriacou — 7.06.2008 @ 07:23
Zu 9: Als wenn sich die Frage der Liberalität alleine aufgrund der Haltung zu Parallelimporten klären liesse! Da machen Sie es sich wohl dann doch etwas zu einfach.
Kommentar von Martin Müller — 7.06.2008 @ 12:35
Zu 7: Wir wettern nicht gegen “die Medien”, lieber Hanspeter, wir wettern gegen ein Pänomen, das in den Medien zu beobachten ist. Kleiner, feiner, doch bitteschön zu beachtender Unterschied.
Kommentar von Martin Müller — 7.06.2008 @ 12:40
?? ich bin irritiert. Was für ein Phänomen und könnte hier jemand einmal den Begriff Liberalismus klarstellen. Von einem Blog eines Politikers erwarte ich auch dann und wann Antworten nicht nur Fragen
Kommentar von Hanspeter — 10.06.2008 @ 03:29
Werter Namensvetter, ich muss Ihnen vehement widersprechen, bei der SVP gibt es Liberale! Ich bin einer davon. Meinetwegen können Sie mich einen Rechtsliberalen nennen, konservativ bin ich jedoch nur ansatzweise, sonst wäre ich ja auch kein Blog-Autor.
Bezüglich den Abweichlern, die einmal aus der SVP austreten wollen, dann wieder nicht, dann doch wieder usw. die gemäss Medienberichten eine eigene Partei gründen wollen…sollen sie doch! Wobei, besser wäre es für deren politisches Überleben, wenn sie der FDP beitreten würden, dort gibt es noch mehr Leute ohne Profil.
Anmerkung: Es ist falsch von Bernern, Bündnern und Glarnern zu reden, denn es handelt sich ja jeweils nur um eine handvoll Leute aus diesen Kantonalparteien, die aus der SVP austreten wollen, bzw. ihr nicht mehr beitreten wollen (Bündner). Okay, den Siegrist im Aargau gibt es ja auch noch. Wobei, was macht der eigentlich?
Kommentar von Alexander Müller — 12.06.2008 @ 22:27