Weniger Chur - mehr Kur!
Die Meldung:
Die Stadt Chur hat ein nächtliches Alkoholkonsumverbot auf öffentlichem Grund beschlossen.
Dazu hätte ich dann gleich mal ein paar Fragen:
a) Befindet man sich nun in einem privaten Auto sitzend, das auf einer öffentlichen Strasse fährt, auf privatem, oder auf öffentlichem Grund?
b) Sind jetzt Restaurants öffentlicher Grund, oder gilt das nur in Raucherfragen?
c) Dürfen Churer Politiker nach geschlagener Debatte im Rathaus, also öffentlichem Grund, nicht mal mehr miteinander anstossen?
d) Stehen die Ortstafeln in Chur genau auf der Gemeindegrenze, oder wie andernorts üblich, dort wo der Innerortsbereich beginnt?
e) Wenn bei d) Letzteres, woher wissen Ortsunkundige, wann sie sich auf öffentlichem Churer Boden befinden und wann noch nicht?
f) Was für eine himmeltraurig-idiotische Kultur hat sich eigentlich da in unserem Lande eingenistet, dass die Mehrheit meint, mit Gesetzen wider die Freiheit zu mehr Sicherheit und Ordnung zu kommen?
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Zu f)
Hat da in Zürich nicht ganz aktuell eine Gruppierung, die sich im Kleingeruckten “Wir Liberalen” nennt, fleissig mitgeholfen gefühlte Sicherheit vor persönliche Freiheit zu setzen?
Kommentar von Andreas Kyriacou — 24.02.2008 @ 22:25
Ehm, da muss ich Sie nun des Tatbestands mutwilliger Verdrehung von Tatsachen anprangern. Ein Gesetz, das endlich verbindlich regelt, was die Polizei denn darf, beschneidet nicht die Freiheit des Bürgers, sondern jene der Polizei.
Kommentar von Martin Müller — 24.02.2008 @ 22:36
Nun ja, so ganz verstehe ich ehrlich gesagt nicht, welche Freiheiten ich durch das Montieren von Kameras im öffentlichen Raum gewinne. Irgendwie scheint mir das nicht so unähnlich zum Churer Fall: Der Staat, vertreten durch unsere Freunde und Helfer, soll schön schauen, dass nur erlaubt ist, was keinen stören könnte. Oder, ums mit einem anderen so wunderschönen Slogan zu sagen: Die leben Chur genauso wie wir Zürich.
Kommentar von Andreas Kyriacou — 25.02.2008 @ 08:22
Haben wir die Einschränkungen persönlicher Freiheiten nicht dem Herr Gutzwiller zu verdanken? - Es wird nicht mehr lange dauern und Gutzwiller versucht es mit Denkverbotstafeln. Er würde damit durchkomme:, die Mehrheit müht sich eh nicht gross ab mit dem Denken und wäre sicher einverstanden mit dieser “Einschränkung”, vor der sie eh schon verschont sind…
Kommentar von anaximander — 25.02.2008 @ 18:26
@3. Vielleicht ertappt man mit so einer Kamera mal einen Steuersünder. Dagegen haben Sie ja dann wohl nichts einzuwenden, oder etwa doch?
Kommentar von Martin Müller — 25.02.2008 @ 21:19
@4. Ich gebs ja freimütig zu: Den Felix Gutzwiller habe ich nicht im Griff
Kommentar von Martin Müller — 25.02.2008 @ 21:46
@6: Ich bin durchaus dafür, sowohl fiskalischen wie auch automobilen Steuersündern das Handwerk zu legen. Dennoch mag ich bei den Gelüsten nach totaler Raumüberwachung irgendwie nicht wirklich applaudieren.
Kommentar von Andreas Kyriacou — 26.02.2008 @ 07:01
Zu 7: Sorry, war natürlich eine Antwort zu 5 (nicht 6). ’s ist noch zu früh für mich…
Kommentar von Andreas Kyriacou — 26.02.2008 @ 07:03
Och, zwischen applaudieren und bespucken gibts ja dann derweil doch noch ein paar durchaus anständige Alternativen, nicht?
Kommentar von Martin Müller — 26.02.2008 @ 21:09
@9: Derart feucht war meine diesbezügliche Aussprache eigentlich nicht. Wie hätte sie es auch sein können, bei einer Vorlage, bei der einem angesichts des Kleingedruckten die Spucke wegblieb?
Kommentar von Andreas Kyriacou — 28.02.2008 @ 17:34
Höre ich da den Frust des schlechten Verlierers?
Kommentar von Martin Müller — 29.02.2008 @ 08:09
Ach nein. Die Liberalismusdebatte, mit der hier ja die Diskussion anfing, finde ich viel spannender als das Lamentieren über den vergangenen Sonntag.
Kommentar von Andreas Kyriacou — 29.02.2008 @ 15:30
Wenn ich mir diese Gelagere von Jugendlichen ansehen wie sie nach der Kneipe betrunken durch die Strassen ziehen denke ich kommt es auf die eine Flasche die dann unterwegs noch getrunken wird auch nicht mehr an. Da hätte man schon viel früher in den Kneipen ansetzen müssen so das dort Alkohol nur bis 22 Uhr ausgeschenkt wird und danach ist eben Schluss. Dann wäre uns vieles erspart geblieben - dieses Gesetz ist sinnlos.
Kommentar von Susi Ledermüller — 2.03.2008 @ 08:50
Um Jugendliche betrunken zu shene, müssen sie nicht mal in eine Kneipe. Die bekommen ihren Stoff auch anders, also bringt so eine Ausschankgrenze rein gar nichts. Um das oben genannte verbot durchsetzen zu können, benötigt man natürlich wieder mehr Polizisten, die dann auf Streifen kontrollieren, ob sich denn der brave und gesetzestreue Bürger auch daran hält und die Bösewichte zur Kasse gebetenwerden können. Mal davon abgesehen, da das Verbot ja nur die Nacht betrifft, kann am Tage munter weiter gesoffen werden.
Kommentar von Michael — 29.04.2008 @ 10:25