Stumpfsinnige Hitler-Vergleiche

Martin Müller am 20.01.2008 @ 22:49

Die Zeitung Sonntag brachte heute aus Anlass von Hitlers Einsetzung als Reichskanzler vor 75 Jahren die erste von zwei Geschichtslektionen zu dessen Machterlangung (nicht online). Etwas, was wir nicht schon wissen täten, gibt es darin nicht. Erstaunlich aber das Editorial des Chefredaktors Patrick Müller. Darin spielt er auf Parallelen zu Blocher an, zwar nicht ohne diese gleich wieder zu relativieren. Doch es sei schon bemerkenswert, wie die Autoren zum Schluss kämen, die «Vergiftung des politischen Klimas» und die «Polarisierung» hätten Hitlers Aufstieg begünstigt. Links- wie Rechtsextreme hätten zuvor die «Autorität der staatlichen Institutionen untergraben». Und dann folgt unweigerlich die scheinheilige Frage, auf die er uns das ganze Editorial lang vorbereitet: "Kommt Ihnen das bekannt vor?"

Ja, das kommt mir bekannt vor. Da gab es welche die skandierten, aus dem Staat sei Gurkensalat zu machen. Jegliche bürgerliche Ordnung wurde in Frage gestellt. In Klassenkampfparolen beschimpfte man öffentlich den politischen Gegner. Man vergriff sich an fremdem Eigentum und richtete sich rechtsfreie Zonen ein.

Ich bin aber davon überzeugt, dass Patrick Müller nicht daran gedacht hat. Die Säure des Moralins macht schädigt die Rezeptoren für solche Gedanken unschädlich.

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1 Kommentar »

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  1. Der Artikel über Hitler ist beim Spiegel abgekupfert, das ist nicht gerade rühmlich für die Journis beim Sonntag… Nun denn, ein Chefredakteur, der etwas auf sich hält, muss wenigstens im Kommentar seinen Senf dazugeben. Also zieht er den Independence hinzu und die NYT - die “Inspiration” (in diesem Falle Fehlinformation) zu diesen Artikeln erfolgte durch linke Schweizer Journalisten. Da die CVP sich nach links bewegt hat, darf Patrick Müller nicht zurückstehen. - Alles klar?

    Kommentar von anaximander — 22.01.2008 @ 12:26

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