Warum der freie Strommarkt versagt

Martin Müller am 17.01.2008 @ 21:36

Nicht nur Anaximander von SideEffects ist zur Ansicht gelangt, die Liberalisierung des Schweizer Strommarks könnte eine schlechte Idee sein. Man müsse nur über die Grenze nach Deutschland schauen. Doch das ist natürlich Chabis im Quadrat. Wenn schon über die Grenze schauen, dann höchstens um zu lernen, was die Deutschen falsch gemacht haben. Im Artikel der FTD steht z.B. die folgende, bedeutungsschwere Zwischenbemerkung:

Netzbetreiber müssten öfters den Betrieb von Kraftwerken beeinflussen, um die sichere Versorgung zu gewährleisten. Aber auch dies ist durch den freien Strommarkt schwieriger geworden. Vor der Liberalisierung hatten die Netzbetreiber jederzeit alle Informationen, ob einzelne Kraftwerke in ihrem Gebiet schnell nach oben oder nach unten geregelt werden konnten. Heute verbieten die Unbundling-Regeln der EU einen solchen Informationsaustausch, kritisiert Spanel. Bevor bei einer Stromschwankung die Netzbetreiber kostenträchtige Schaltanweisungen an Kraftwerke geben dürfen, müssen sie zunächst alle eigenen Möglichkeiten ausnutzen.

Die EU wieder mal mit ihren Regeln! Merke: Der Markt versagt meist nicht wegen des Markts, sondern wegen der Randbedingungen, mit denen der Homo Sapiens Sapiens in den Markt hineinpfuscht.

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