Die Energielücke ohne neue KKWs stopfen

Martin Müller am 15.09.2007 @ 20:42

Ich brauche keine Politiker, die mir weismachen wollen

  • mit einem schwarzen Schaf seien Schwarze gemeint (Micheline Calmy-Rey im welschen Radio),
  • die alle 14 Tage zusätzlich entstehende Kapazität an Windenergie könne ein KKW ersetzen (Chantal Galladé am gestrigen Ständeratspodium in Dietikon),
  • die Schweizer hätten aus lauter Angst vor économiesuisse im Jahr die Solarinitiative abgelehnt (Kathy Riklin, ebenfalls gestern)
  • FDP und SVP hätten gemeinsam die Energieinitiativen gebodigt (Verena Diener, gleicher Tatort),

denn als freier Citoyen dieses Landes

  • kenne ich den Spruch, dass es in jeder Familie ein schwarzes Schaf gebe,
  • vermag ich die Kapazitäten eines KKWs durchaus einzuschätzen,
  • lasse ich mir von niemandem Angst einflössen,
  • kann ich ohne Zusatzausbildung nachprüfen, dass FDP und SVP zusammen in diesem Land schon seit Jahrzehnten  keine absolute Mehrheit mehr haben.

Doch ich wüsste, wie man die Energielücke ohne KKW stopfen könnte. Würde man all die heisse Luft, die da dieser Tage von unseren Kandidierenden, Eliten und Magistratspersonen ausgestossen wird, in eine Druckturbine einleiten, dann wären unsere Energiesorgen für die nächsten zehntausend Jahre gelöst.

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  1. Was zur Zeit läuft, ist aschgrau. Es ist zu hoffen, dass die Wähler gescheiter als die KandidatInnen sind. Wenn nicht, wird in den nächsten vier Jahren ein Oekokommunistischen System Einzug halten.
    Das ist das einzige, was ich mit gutem Grund fürchte.

    Kommentar von anaximander — 15.09.2007 @ 22:08

  2. Nachtrag: Kein Wunder, warnt Pelli vor einer Verschafung der Schweiz.

    Kommentar von anaximander — 15.09.2007 @ 22:18

  3. ach herr müller. ihre argumentation ist wie ihr name. gähn….

    Kommentar von Meier — 16.09.2007 @ 10:27

  4. Hmmmm… wie mein Name? Axo, weit verbreitet, meinen Sie. Danke fürs Kompliment. Übrigens: Ausschlafen hilft gegen Übermüdung und dem damit verbundenen Gähnen.

    Kommentar von Martin Müller — 16.09.2007 @ 15:09

  5. Ich wage es schon länger zu behaupten, dass wir kein Klimaproblem hätten, würden die Grünen und Roten nicht so viel CO2 bei den Predigten gegen den Klimawandel ausstossen…

    Kommentar von mousseman — 16.09.2007 @ 15:23

  6. Eine ähnliche Ansicht scheint auch der WWF zu vertreten, wie Sie, moussman; er empfiehlt nicht weder einen Kandidaten der Grünen noch der SP zur Wahl, wie MZ Sonntag berichtet.

    Kommentar von anaximander — 16.09.2007 @ 15:37

  7. Verdammt, dass es noch leute gibt die so naiv sind wie sie! einfach dem maurer alles nachlabern, nichts selbst überlegen und nicht mal merken, dass es keine argumente gibt, welche diese behauptungen stützen würden.

    Kommentar von Name — 17.09.2007 @ 10:21

  8. @Anonymer Nr. 7: Jetzt wäre es möglicherweise angebracht, Ihren Anwurf irgendwie zu belegen. Wo und wann hat Mauerer das gesagt, was ich schrieb?

    Übrigens: Das Pöbelmonopol liegt in diesem Blog bei mir!

    Kommentar von Martin Müller — 17.09.2007 @ 20:34

  9. Viele dunkelhäutige Menschen in der Schweiz fühlen sich von der SVP-Kampagne abgestossen. Reden Sie mit diesen, um sich ein Bild zu machen, statt dem Anti-Calmy-Rey-Reflex zu folgen! Ich wäre sehr gerne dabei, wenn Sie dunkelhäutigen Menschen erklären müssen, was damit gemeint ist, «schwarze Schafe» auszuschafen…

    Kommentar von Thomas Läubli — 27.09.2007 @ 22:45

  10. Hätten Sie denn ein Problem damit, Herr Läubli, wenn Sie das tun müssten, was Sie bei mir gerne miterleben möchten? Ich lebe seit 1994 in Dietikon, einer Stadt mit 40% Ausländeranteil. Und ich war 8 Jahre in der Schulpflege und habe ungezählte Elterngespräche und Infoveranstaltungen hinter mir. Glauben Sie mir, oder auch nicht, damit hätte ich nun wirklich überhaupt kein Problem. Ich kann sogar gut nachvollziehen, dass jemand, in dessen Sprachraum das “schwarze Schaf” nicht als Redewendung verwendet wird, zunächst einmal Unverständnis äussert. Damit kann man dann auf zwei Arten umgehen. Entweder man räumt sein Unwissen aus und trägt damit zur zu dessen besseren Integration seinerselbst bei, oder man bestätigt ihm wider besseres Wissen seine Interpretation und macht damit Politik. Und nun dürfen Sie auslesen, welches für Sie die bessere Variante ist.

    Kommentar von Martin Müller — 28.09.2007 @ 08:21

  11. Herr Müller, das sind zwei paar Schuhe: Die Integration von Ausländern und das Bedienen von rassistischen Vorurteilen! Natürlich darf eine Partei auf Spannungen zwischen verschiedenen Kulturen und auf den erhöhten Anteil von Ausländern in der Kriminalstatistik verweisen. Wenn Sie dazu aber in die Mottenkiste rassistischer Sterotypen greifen will und die angesprochenen Gruppierungen damit noch en passant verhöhnt, muss sie mit gesellschaftlicher Ächtung rechnen: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus. Dass dabei die Sachlichkeit auf der Strecke bleibt, dürfte einem aufrechten Demokraten nicht egal sein.

    Kommentar von Thomas Läubli — 29.09.2007 @ 20:16

  12. Herr Läubli, der Begriff des schwarzen Schafs ist in unserem Kulturkreis nichts rassistisches. In praktisch jeder Familie gibt es ein solches. Wenn Sie sich weiterhin gegenüber dieser Tatsache faktenresistent verhalten, dann kommen wir in der Konversation darüber nicht weiter.

    Kommentar von Martin Müller — 29.09.2007 @ 23:34

  13. Nein, der Begriff ist an und für sich nicht rassistisch, aber der Kontext, in dem er verwendet wird. Es geht bei der Initiative ja um Ausländer und nicht um Schafe…

    Kommentar von Thomas Läubli — 1.10.2007 @ 00:14

  14. Dazu kann ich zwei weitere Fakten beisteuern. 1. Auch wenn es um Ausländer ginge - was es, siehe 2., nicht in dieser Absolutheit geht - so wäre dies nicht rassistisch, denn Ausländer sind per Definition keine eigene Rasse. 2. Es geht um schwerkriminelle Ausländer, also Mörder, Vergewaltiger, Drogendealer und ähnliche. Auch diese Gruppe dürfte nicht als Rasse gelten. Der Rassismusvorwurf ist daher von der Hand zu weisen. Ob man mit dem Plakat glücklich ist oder nicht, ist eine völlig andere Frage. Doch ich lasse mir nicht von oben herab weismachen, alles, was nicht dem Anspruch der Linken an den von ihr selbst definierten Standard der politischen Korrektheit genügt, sei rassistisch. Solcherlei ist das Moralin der Sauertöpfischen.

    Kommentar von Martin Müller — 1.10.2007 @ 08:12

  15. Nun stecken Sie in der Subjektivismus-Falle: Wenn Sie sich vom «Moralin der Sauertöpfischen» nicht dreinreden lassen wollen, dürfen Sie auch nicht dreinreden, ob jemand das Plakat als rassistischen Angriff auf seine Person bzw. auf eine bestimmte Personengruppe empfindet. Abgesehen davon dass der Rassismus-Begriff die Existenz von Rassen nicht voraussetzt und gewisse Teilmengen von Ausländern von vielen Bürgern z.B. über ihre Hautfarbe definiert werden, waren gewisse Reaktionen im Zischtigs-Club (SFDRS) vom 18.9.07 zu vernehmen: Ein Dunkelhäutiger hat sich von dem Plakat mit dem schwarzen Schaf negativ betroffen gezeigt, ein anderer Jugendlicher meinte, rassistische Pöbeleien in der Öffentlichkeit hätten seither spürbar zugenommen. Da können Sie schon die offizielle SVP-Interpretation übernehmen und als «Fakt» hinstellen - dann ist auch «Fakt», dass Dunkelhäutige und Rechtsextremisten eine andere Lesart des Plakats haben, die von den Gutmenschen der SVP fahrlässig zugelassen wurde.

    P.S.: Ob ich «links» bin, sei dahingestellt - die FDP wäre für mich durchaus wählbar, wenn da nicht die Listenverbindung mit der SVP, das Ständerat-Päckli mit Ueli Maurer und die Avancen nach rechts von Doris Fiala wären…

    Kommentar von Thomas Läubli — 1.10.2007 @ 22:35

  16. Und wenn ich mich nun über Ihre Aussagen negativ betroffen zeigen würde und diese als rassisstisch bezeichnen würde, obwohl dies nur politisches Kalkül meinerseits wäre, dann würden Sie ihre Meinung ändern? C’mon, beleidigen Sie nicht Ihre Intelligenz. Ich bin lange genug im Geschäft, um die Rhetorik und Dialektik zu kennen, die da angewandt wird.

    Ich habe Ihnen nirgends unterstellt, links zu sein. Ich sagte, ich liesse mir nicht von oben herab weismachen, alles, was nicht dem Anspruch der Linken genügt, sei rassistisch. Da können unmöglich Sie damit gemeint sein, es sei denn, Sie stellten sich über mich, was allerdings ein zweifelhaftes Bekenntnis wäre. Lesen, verstehen und interpretieren sind nicht dasselbe, jedoch ist das dritte vom zweiten und das zweite vom ersten abhängig. Und dann sollten Sie vielleicht nicht immer alles so persönlich nehmen, das würde Ihr Leben total vereinfachen. Mit diesem Tipp wünsche ich fröhliche Nachtruhe.

    Ach ja, noch was: Wenn da eben Vorbehalte sind bezüglich FDP, dann ist für Sie die FDP eben nicht wählbar, so einfach ist das. Alles andere ist heuchlerisch. Ich komme auch nicht und erzähle, die Grünen wären für mich durchaus wählbar, wenn sie nur nicht so Rot wären. Fakt ist, dass sie Rot sind und damit für mich aus dem Rennen. Ich habe noch nie vorgegeben, meinen Standpunkt zu ändern, nur um noch ein Stimmeli mehr zu erhalten. Soviel Rückgrat muss sein. Für mich mindestens.

    Kommentar von Martin Müller — 2.10.2007 @ 00:07

  17. Ich nehme es auch nicht so persönlich - ich hab mir nur gedacht, wenn das Stichwort «links» in diesem Zusammenhang fällt (links ist nichts anderes als das Gegenteil von «wirtschaftsliberal»), müsste ich in einem öffentlichen Raum wie dem Internet vorschnellen Einordnungen zuvorkommen. Hier geht es aber nicht um Wirtschaftsfragen, sondern um eine Gesellschaftsfrage (Integration von Ausländern), und da verläuft die Grenze wohl eher zwischen SP, FDP und CVP, SVP. Für einen Gesellschaftsliberalen ist daher die SP und die FDP eher wählbar. Leider vermischen das auch die NZZ-Journalisten immer wieder, wenn etwa wab. heute im Kommentar auf Seite 15 schreibt, dass einer linken Partei wie der SP Konservatismus eigentlich fremd sein müsse.

    Und glauben Sie mir: Listenverbindungen sind ein alter Zopf, den man mal endlich abschaffen sollte - gerade bei der FDP gehen deswegen unnötigerweise Stimmen verloren.

    Kommentar von Thomas Läubli — 2.10.2007 @ 21:36

  18. Mit den Listenverbindungen rennen Sie bei mir allerdings offene Scheunentore ein. Die Leute interpretieren da immer wieder ganz lustige Sachen hinein, obwohl die Listenverbindung letztlich nur ein simpler Parameter in der Verteilformel des Proporzsystems ist, blosse Mathematik. Die einzige Aussage, die sich aufgrund einer eingegangenen Listenverbindung redlich machen lässt ist, dass sich eine Partei mit dieser eine gewisse kleine Chance auf ein Restmandat ausrechnet, das ohne diese an eine andere Partei gehen würde. Und vielleicht noch die, dass, wenn es denn nicht klappt mit dem Restmandat für die eigene Partei, dass man dies lieber bei der verbundenen Liste sieht, als bei einer Liste am anderen Ende des Ideologiespektrums. Eigentlich schon komisch, dass es immer wieder welche gibt, die in der Listenverbindung gleich das Ehebett erblicken (oder dies aus taktischen Gründen proklamieren).

    Kommentar von Martin Müller — 3.10.2007 @ 17:12

  19. Da stehts Schwarz auf Weiss in den Zeitungen: Im Jura hatte der Nationalratskandidat der CVP zwar mehr Stimmen, dank der Listenverbindung mit der FDP hat aber stattdessen der Kandidat der SVP den Einzug ins Parlament geschafft. Wie war das nochmals mit den offenen Scheunentoren?

    Kommentar von Thomas Läubli — 22.10.2007 @ 23:55

  20. Herr Läubli, Sie kommen leidlich verwirrt zu mir rüber. 1.: Den Einfluss, den Sie mir zuschreiben, ehrt mich. Doch um zu eine Listenverbindung im Kanton Jura zu verhindern, reicht er dann doch nicht ganz. 2. Solange es Listenverbindungen gibt, ist es ganz normal, dieses Mittel auch einzusetzen. Es gehört zum aktuellen Proporzsystem und hilft mit, die Ungerechtigkeit, die der mathematischen Formel inheränt ist, zu mildern.

    Deswegen kann ich ja gleichwohl für deren Abschaffung sein, wenngleich damit auch eine Änderung der Verteilformel einherzugehen hat.

    Kommentar von Martin Müller — 23.10.2007 @ 20:14

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