Wer als CEO eines in einem Markt mit engen Margen operierenden Unternehmens die Kostenseite nicht in den Griff kriegt, legt früher oder später eine ungenügende Performance vor und muss gehen. Dies ist SBB Cargo Chef Daniel Nordmann widerfahren und so kam heute, was unweigerlich kommen musste: Sein Rücktritt.
SBB Cargo karrt Container aus den Nordeehäfen unsortiert durch halb Europa, nach Basel und Chiasso, um sie da zu triagieren und anschliessend wieder durch halb Euopa weiterzuverteilen. Das ist ein Teil der Kostenseite. Wie sieht es mit den Einnahmen aus? Nach den eigenen Worten Nordmanns an einem Podiumsgespräch Ende Januar 06 in Dietikon ist dies ein Geschäft, in dem nicht etwa über Euros pro Container, sondern über Eurocents verhandelt wird.
Gerade in diesem Geschäftsfeld hat SBB Cargo für das vergangene Jahr massive Zuwachsraten vermeldet. Dass solche Zuwachsraten früher oder später zu einer sich öffnenden Schere zwischen Umsatz und Gewinn führen, wenn auf der Kostenseite keine günstigere Strategie eingeschlagen wird, erstaunt nicht. Anstatt aber die Triage irgendwo in der Nähe der Nordseehäfen vorzunehmen, wo kurze Anfahrtswege locken, will SBB Cargo sogar noch ein zusätzlichen Umschlagterminal im Limmattal bauen, den sogenannten Gateway. Mit ihm sollen Kapazitäten für die nationalen Bedürfnisse, die wegen der Auslastung von Basel und Chiasso mit internationalem Containerverher fehlen, bereitgestellt werden. Damit der Irrsinn mit Basel und Chiasso ungehindert weiter gehen kann.
Nun ist der CEO an der von ihm mitgetragenen und gepushten Strategie gescheitert. Es ist zu hoffen, dass sein Nachfolger vermehrt wirschaftlichen Prinzipien Platz einräumt.
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