Weg mit den Zwangssteuern
Die Digitalisierung von Radio und Fehrnsehen wird zwar derzeit durch das dilettantische Vorgehen der Cablecom in Verruf gebracht. Ich sehe aber einen entscheidenden Vorteil: Künftig werden wir, liberaler, ordnungspolitischer Willle vorausgesetzt, keine Radio- und TV-Zwangssteuern mehr bezahlen müssen. Die Digitaltechnik wird es möglich machen, dass jeder genau denjenigen Fehrsehkonsum bezahlt, den er wirklich bezogen hat. Sekundengenau und fair abgerechnet. Dann bezahle ich dem SF die Tagesschau und dem TeleZüri den Sonntalk, die ich konsumiere. Für Swissdate, Lifestyle, Lüthi und Blanc und Sportpanorama werden diejenigen bezahlen, die nicht darauf verzichten können. SF könnte dann auch feststellen, dass Sternstunde Philosophie kein Service au public, sondern ein Service à la minoritée ist und die Sendung mangels zahlender Zuschauer einstellen. Möglicherweise zeigen sie ja dann auch wieder Formel 1 Rennen. Und gar manche Eltern werden sich überlegen, ob sie es sich leisten wollen, den Fehrnseher als Babysiter einzusetzen. Der Markt wirds richten. Mit Sicherheit.
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Da hoffe ich doch schwer, dass der liberale, ordnungspolitische Wille nicht ganz die von Ihnen gewünschten Bahnen geht. Service public heisst nämlich nicht unbedingt Service pour la majorité, glücklicherweise - sonst können wir auch gleich den Föderalismus abschaffen und Minderheiten konsequent übergehen.
Der Staat nimmt von jeher diejenigen Aufgaben wahr, die von der Privatwirtschaft nicht so geliefert werden können. Wenn also Privatsender nur noch Sendungen nach wirtschaftlichen Interessen gestalten, wäre das vielleicht gar nicht so schlecht, auch mehr private Sender würden unserer Fernsehlandschaft gut tun - das öffentliche Fernsehen jedoch sollte auch weiterhin das liefern, was Minderheiten eben doch noch wünschen.
Oh, und die Sternstunde Philosophie ist eigentlich eine ganz gute Sendung
Kommentar von Guido — 28.01.2007 @ 14:15
Gute Geschichte. Ich habe nur ein kleines, spitzfindiges, begriffliches Problem: Gibt es “freiwillige Steuern”?
Kommentar von Dominik Feusi — 31.01.2007 @ 14:53
@guido nur nebenbei: wann haben Sie die Sternstunde zum letzten Mal gesehen?
Die Zwangsabgaben für Radio und Fernsehen mit dem Service Public zu rechtfertigen, scheint mir nicht ganz koscher. Der Vorschlag von MM sollte möglichst rasch und unbürokratisch umgesetzt werden. Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt - nur bei Radio und Fernsehen nicht.
Kommentar von anaximander — 1.02.2007 @ 16:54