Osthilfe - knapp vorbeigeschrammt
Mein Kopf und meine Hand hat Ja gesagt zum Osthilfegesetz. Mein Herz allerdings sprach sich für ein Nein aus. So wie Bundesrat, Parlament, Parteien und Verbände das aufgegleist hatten, ist es ein gutes Beispiel, wie man es eben gerade nicht machen soll. Ich mag mich gut erinnern, wie damals jene abgekanzelt wurden, die bei der Abstimmung zu den Bilateralen II den Warnfinger hoben und auf die Milliardenzahlung hin wiesen. Das habe überhaupt nichts miteinander zu tun und ferner werde die Milliarde ja bei Calmy-Rey und Deiss kompensiert. Nichts davon war wahr. Das Parlament überwies die Motion Leuthard, welche die Unantastbarkeit der Entwicklungshilfe forderte. Und die Abstimmungskampagne zum Osthilfegesetz verband ganz munter die Osthilfe mit den Bilateralen, so als hätte man das nie vorher abgestritten.
Nun, wir werden sehen, ob die hohen Damen und Herren angesichts der eher dürftigen Zustimmung etwas gelernt haben. Wenn sie allerdings wollen, dass das Volk wieder etwas mehr Vertrauen in die Politik und die Politiker hat, dann sind sie gut beraten, ebendieses Volk nicht ständig an der Nase herumführen zu wollen und dabei noch zu meinen, es merke nichts. Das nächste mal wird meine Hand nämlich herzgesteuert sein.
