Der Mehr(z)einnahmengenerator

Martin Müller am 3.09.2006 @ 21:59

Ist es Zufall oder Absicht, dass uns die NZZaS ihren Bericht über die Erhöhung der Tabaksteuer um 30Rp. pro Paket durch Bundesrat Merz (FDP) ausgerechnet auf Seite 13 ihrer papierenen Ausgabe präsentiert? Ich tippe zwar, wenn es um Liberalismus geht, bei der NZZ, wie auch bei der FDP je länger je mehr auf Zufall, andererseits ist uns ja auch Kommissar Zufall ein guter Bekannter.

Der Staat hat zwar das Leben seiner Bürger zu schützen und insofern kann ich etwelche Bemühungen um den Schutz der Nichtraucher, wie etwa das Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, nachvollziehen. Bei Selbstschädigung sieht das Ganze dann aber doch etwas anders aus. Was hier jedoch gar nicht zur Diskussion steht, denn diese Vorlage segelt klar unter dem Titel "Mehreinnahmen". Und die Idee, administrierte Mindestpreise vorzuschreiben, um Billigmarken zu verdrängen, entspringt ganz klar nicht den Ideen betreffs der freien Marktwirtschaft. Konnte ein Raucher bislang noch damit rechnen, bis kurz vor Inanspruchnahme der von ihm grosszügig mitfinanzierten AHV ein finanziell einigermassen unabhängiges, wenn auch ungesundes Leben zu führen, so muss er künftig damit rechnen, seine letzten Jahre vor seinem selbstverschuldeten frühen Ableben in staatlich verschuldeter Armut zu verbringen. Dafür kann er sich über "gesunde" Staatsfinanzen freuen. Darauf genehmige ich mir gleich eine Montecristo.